IT
02/12/2019

CBD-Konsum auf dem CEO-Posten – ein Widerspruch?

CBD-Konsum auf dem CEO-Posten – ein Widerspruch?

Von Kosmetik über medizinische Anwendungen bis zu Nahrungsmitteln: CBD-Produkte liegen im Trend. Doch wie halten es Personen, die für CBD-Unter-nehmen arbeiten? Ist der Konsum für leitende Angestellte «daily business» oder steht er im Widerspruch zur verantwortungsvollen Aufgabe?

Im Zuge der zunehmenden Popularität von CBD-haltigen Produkten erleben auch de-ren Anbieter einen Aufschwung. Gründer und Manager vieler aufstrebender CBD-Un-ternehmen beschäftigten sich oft schon lange mit dem Thema Cannabis – nicht wenige davon auch als Konsumenten. Das US-Medium Quartz hat mit einigen über ihren eige-nen CBD-Konsum gesprochen.

Ein aktiver, täglicher CBD-Konsument ist beispielsweise der bekannte US-Journalist und Inhaber der PR-Agentur Grasslands, Ricardo Baca. «Ich beginne jeden Morgen mit einigen Multi-Cannabinoid-Komplexen. Die sind für mich wie Vitamine.» CBD helfe ihm, mit den täglichen Herausforderungen des Geschäftslebens, wie Budgets und P&L-Sheets umzugehen. Während Baca im Tagesverlauf zwar mehrfach CBD-Produkte kon-sumiert, sind psychoaktive, THC-haltige Produkte erst zuhause − zum Abschalten − ein Thema.

Vollständig auf Abstinenz setzt dagegen Meg Sanders, CEO des Cannabis-Detailhänd-lers Canna Provisions aus Lee, Massachusetts. Während der Arbeit konsumiert sie kei-nerlei Cannabis-Produkte, «weil gerade in der stark regulierten Cannabis-Industrie Ge-schäftszahlen und Inventar die volle Aufmerksamkeit erfordern». Doch auch aus-serhalb der Arbeitszeiten ist sie vorsichtig, denn: «In einem Start-up ist die Arbeit ei-gentlich nie richtig zu Ende.»

Sanders, Baca und andere CBD-Manager betonen zudem, dass alle Menschen unter-schiedlich auf CBD reagieren. Sie raten der Leserschaft deshalb, keine allgemeinen Schlüsse aus ihren persönlichen Erfahrungen und Meinungen zu ziehen. Dazu kommt, dass sich auch die Wissenschaft erst am Rande mit der Wirkung von CBD (Can-nabidiol) beschäftigt und deshalb kaum gültige Erkenntnisse vorliegen.

Eine Auffassung, die auch Max Simon, CEO der kalifornischen Cannabis-Informations-plattform Green Flower Media teilt. Im Gegensatz zu seinen oben zitierten Kollegen konsumiert er bereits am Morgen eine geringe Dosis reinen THC-Öls, zur Behandlung seiner Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Seine 17 Mitarbeitenden animiert er zwar nicht zum Cannabis-Konsum, findet aber, angesichts seines eigenen Konsums wäre es heuchlerisch, von ihnen «traditionelles» Verhalten zu fordern. «Wir messen unsere Mitarbeitenden an ihren Leistungen. Wenn Cannabis ihnen hilft, ihre Ziele zu erfüllen, unterstützen wir das.»

So unterschiedlich das Konsumverhalten von CBD-CEOs auch ist: Zurückhaltung ist auf jeden Fall angezeigt − findet zumindest der Personalvermittler Bryan Passman, Gründer der Headhunter-Firma Hunter & Esquire. Gegenüber der New York Times empfiehlt er Stellenbewerbern deshalb, Aussagen wie «Ich rauche gerne Gras» zu ver-meiden. Formulierungen wie «Ich habe eine Beziehung zur Pflanze» seien besser ge-eignet, weil nuancierter.

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