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02/12/2019

Ende gut, alles gut – die lange Geschichte von CBD

Ende gut, alles gut – die lange Geschichte von CBD

Cannabidiol (CBD) ist heute in den USA und in anderen Ländern legal und akzeptiert. Das war jedoch nicht immer so: Im Folgenden blicken wir zurück auf die wechselhafte Geschichte der Hanfpflanze und des Wirkstoffes CBD

Der Überlieferung nach soll bereits der chinesische Kaiser Shen Yeng rund 3’000 Jahre vor Christus zu therapeutischen Zwecken Cannabis-Tee zu sich genommen haben. Bekannt ist auch, dass der Leibarzt der britischen Königin Victoria der Regentin Cannabis-Tinktur gegen Menstruationsbeschwerden verschrieb. Und nicht zuletzt war die Kultivierung von Hanf als Nutzpflanze über Jahrhunderte weit verbreitet und – beispielsweise in England – teils gar staatlich vorgeschrieben.

Ab dem 20. Jahrhundert war der Umgang mit dem Kraut allerdings vor allem geprägt durch die Prohibition, dies insbesondere in den USA. Zugleich begann aber auch die Wissenschaft, sich für die jahrtausendealte Pflanze zu interessieren. So beschrieb der irische Arzt William B. O’Shaughnessy bereits 1839 wissenschaftlich die Wirkung von Hanf. Rund hundert Jahre später gelang es an der Universität von Illinois erstmals, den Wirkstoff Cannabidiol (CBD) zu isolieren. In den 1970er-Jahren wurde schliesslich erstmals ein möglicher medizinischer Nutzen von CBD in der Epilepsie-Bekämpfung nachgewiesen.

Der grosse Durchbruch des vielseitigen Wirkstoffes blieb jedoch weiterhin aus. Grund dafür war das Stigma der Illegalität, das der Cannabis-Pflanze weiterhin anhaftete. Ein erster Meilenstein hin zur Legalisierung war der Controlled Substances Therapeutic Research Act, mit dem der US-Bundestaat New Mexico 1978 Cannabis unter bestimmten Umständen zur medizinischen Nutzung freigab. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den medizinischen Qualitäten von Cannabinoiden führten schliesslich zu einer weiteren Liberalisierung. So war Kalifornien 1996 der erste US-Staat, der Cannabis zur medizinischen Nutzung legalisierte (Proposition 215), weitere – darunter Oregon, Maine und Colorado – folgten.

Der freiere Zugang zu Cannabis und damit CBD für Patienten ermöglichte eine Ausweitung der Forschungstätigkeit in den USA und in anderen Teilen der Welt. Ein grundsätzliches Problem im Umgang mit CBD blieb allerdings, dass der Wirkstoff nach wie vor unter dieselbe Gesetzgebung fiel wie psychoaktives THC. Eine vollständige Normalisierung war dadurch unmöglich. Dies änderte sich erst im 21. Jahrhundert im Zuge medizinischer Erfolge in der Behandlung schwerer Leiden, wie Epilepsie, mit CBD.

Seit Inkrafttreten der Farm Bill im Jahr 2018 kann der Wirkstoff CBD in den USA vollständig legal aus Hanf gewonnen werden, möglich ist auch die Zulassung von Medikamenten durch die Food and Drug Administration (FDA). Eine ähnliche Entwicklung findet auch in verschiedenen europäischen Ländern statt. Die neue Ausgangslage führt nicht zuletzt zu einer sprunghaften Zunahme des Verkaufs von CBD-Produkten: Analysten der Brightfield Group schätzten kürzlich den US-Gesamtmarkt für Cannabidiol im Jahr 2022 auf 22 Milliarden US-Dollar.

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