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Art Basel 2020: Trends, Erwartungen und Anregungen zur Veranstaltung

Art Basel 2020: Trends, Erwartungen und Anregungen zur Veranstaltung

Seit 1970 – man feierte erst kürzlich das 50. Jubiläum – verwandelt sich Basel alljährlich in ein Mekka der Kunst, wo sich Pilgerscharen aus der ganzen Welt für einige Tage versammeln: Galeristen, Künstler, Sammler, Kuratoren oder einfach Interessierte. Sie alle vereint der Glaube an eine Religion, die die Menschen manchmal für einen Augenblick aus ihrer Vereinzelung zu befreien scheint, sich materialisiert und in ihrer bezaubernden Wirkung die Zigtausenden Besucher auf den großzügigen 28.000m² vereint. Mehr als 250 Galerien präsentieren etwa 4000 Kunstschaffende und konfrontieren das Publikum mit den Highlights aktueller, zeitgenössischer und moderner Kunst.

Eine Idee expandiert

Die anfangs lokal begrenzte Kunstmesse hat durch ihren anhaltenden Erfolg mittlerweile globale Kreise gezogen. So wurden nicht nur Ableger in Miami Beach oder Hongkong gelauncht, sondern in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Region und Partnerstadt – in diesem Fall das schweizerische Basel – auch ein umfassendes Parallelprogramm geschaffen, das durch Konzerte, Performances oder Ausstellungen bei dem Besucher alle fünf Sinne bedient.

Kunst wird digital

Das Jahr 2020 hat auch in der Kunst seine Spuren hinterlassen. Die Art Basel reagierte auf die durch die Corona-Pandemie entstandene Situation souverän mit einer Online-Offensive, die Menschen aus aller Welt die Möglichkeit bietet, Angesagtes und Trends in der Kunst auf einer Website in Augenschein zu nehmen. Die sogenannten Online Viewing Rooms bieten einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume, in denen 4000 Kunstwerke auf ihre Betrachter warten. Jede der zugelassenen 282 Galerien kann bis zu 15 Künstler ihrer Wahl vorstellen. Die Werke wurden dabei in vier Kategorien ( Galerien, Künstler, Kategorien oder Sortierung) gruppiert, sodass sich mithilfe der Filter das Gesuchte bequem finden lässt. Ungefähre Preisangaben runden das Ganze ab. Auch wenn Kunst meistens nur durch die unmittelbare Betrachtung des menschlichen Auges in einem Dialog mit der Realität stehen kann, ist diese virtuelle Reise wider Erwarten mehr als nur ein notdürftiger Kompromiss.

Who's who ?

Auch dieses Jahr gilt es in Basel, zwischen den etablierten wieder die Künstler von morgen zu entdecken. Neben Jeff Koons, Balthus oder Mark Bradford, deren Bilder und Plastiken jeweils die Millionengrenzen überspringen, sind es vor allem die gegenwärtig noch Unbekannten, die mit erfrischenden Werken auf sich aufmerksam machen. Lucia Lagune, Theaster Gates, Hiroka Yamashita, Sam Francis, Sarah Lucas oder Genevieve Gaignard sind sicher Namen, die in der Kunstwelt bald in aller Munde sein werden.

Basel präsentiert sich auch 2020 wieder als Botschafter der Kunst und erstreckt sich als Projektionsfläche bis zu den äußersten Rändern unserer Welt.

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